Asia Filmfest 2008
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Munich, Oct. 30 - Nov. 9 | Berlin & Hamburg, Nov. 14 - 16, 2008  
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THE TENDER THROBBING TWILIGHT
IKUTSU NI NATTE MO YARITAI OTOKO TO ONNA, TASOGARE, LIEBESTOLL IM ABENDROT
Erotic / Comedy / Drama
Japan 2007 · 64 Min. · Regie: Shinji Imaoka
Darsteller: Masaru Taga, Yasuko Namikibashi, Kyoko Hayami u.a.
Weltvertrieb: Stance Company • Verleih: Rapid Eye Movies
35mm · OmdU · Erstaufführung

Funakichi ist 65 und gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Er pflegt eine Affäre mit einer Bardame, schaut fremden Frauen unter den Rock und amüsiert sich mit seinen in die Jahre gekommenen Jungs in Stripteaseclubs. Als er bei einem Klassentreffen seine Jugendliebe Kazuko wieder trifft, entflammen beide erneut füreinander. Eine späte Amour Fou beginnt. Beide haben ihre Partner verloren, also warum sich nicht noch einmal wie 14 fühlen…
Liebe und Sexualität im Alter ist eines der letzten großen gesellschaftlichen Tabus. Dieser Film geht das Thema mit Leichtigkeit und Herz an und ist absurde Komödie und berührende Liebesgeschichte zugleich. Shinji Imaoka gehört zu den "7 Glücksgöttern" des Pinkfilm*, einer jungen Generation von japanischen Erotik-Regisseuren, die immer wieder mit Genrekonventionen brechen.
„Einfühlsam und dreist, romantisch und über alle Stränge schlagend – dieses schräge Feuerwerk an Ideen ist ein unbestrittenes Highlight.“ (Nippon Connection).
* Der Pinkfilm (“pinku eiga”) ist ein originäres Filmgenre, das in den frühen 60er Jahren in Japan aufkam. Pinkfilme kombinieren Softporno mit gehaltvollen Geschichten und werden fürs Kino produziert. In der westlichen Filmkultur ist nichts Vergleichbares zu finden.
Grob gesagt, lässt sich die Grundregel des Pinkfilms wie folgt zusammenfassen: „4 Tage Drehzeit, alle 5 Minuten Sex, nicht länger als eine Stunde, kein Budget“. Viele berühmte Filmemacher nutzten in früheren Jahren das Genre als Sprungbrett, um ihre Karriere in Gang zu bringen – darunter Masayuki Suo (SHALL WE DANCE?) und Kiyoshi Kurosawa (CURE, PULSE).
Heute sind Pinkfilme über die Grenzen Japans hinaus bekannt und haben sich vor allem über internationale Filmfestivals einen Namen gemacht. Wegen seiner zwanglosen Produktionsbedingungen gilt der Pinkfilm als eines der kreativsten und experimentellsten Genres der Welt.
THE TENDER THROBBING TWILIGHT ist für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben.

 
The story, about two former classmates – now in their 60s – who are enjoying a more-than-nostalgic
reunion, is also tenderly insightful into the realities and joys of old love.
Calling it ‘good for a pink film’ is like calling Yasujiro Ozu's Tokyo Monogatari (TOKYO STORY) ‘good for a home drama’: though hardly a worldwide classic, it transcends its genre.
Their sex scene, and all that follows, feels absolutely right and natural, but I have never seen anything quite like it in Japanese films, Ozu's included. The persistence of Eros to the end is a human fact, but a social – and cinematic – taboo. Imaoka, who knows the erotic the way a plumber knows pipes, breaks it with an ironic, casual shrug and a sharp, knowing eye.
As Hillary Clinton controversially said about the enactment of civil-rights legislation in the United States, ‘It took a president.’ Something similar could be said about the sex lives of old folks in films: It took a pink film director to do it right. (The Japan Times, Mark Schilling)
Shinji Imaoka
Geboren 1965 in Japan. Gehört einer neuen Generation von Pinkfilm-Regisseuren an, die als die „7 Glücksgötter“ bekannt sind. Während seines Studiums an der Yokohama City University besuchte er Drehbuch-Kurse am Asahi Culture Center. Er brach sein Studium 1990 ab und arbeitete bei der Pinkfilm-Produktionsfirma Shishi Pro als Regieassistent von Hisayasu Sato und Takahisa Zeze. 1995 drehte er seinen ersten Spielfilm WAITING FOR THE COMET. Weitere Filme sind u.a. LUNCH BOX und UNCLE'S PARADISE.
 
 
© Asia Filmfest 2008