Korea in den unseligen Zeiten als Japanischer
Puppenstaat Manchukuo. Agent Lee
soll den Staatsschatz des legendären Goldenen
Buddhas wiederbeschaffen. Seine brisante Mission
endet denkbar ungünstig: Nicht nur, dass sich die
Statue weiterhin in dubiosen Händen befindet, auch
seine flotte Partnerin kommt ihm abhanden. Schnell
wird klar, dass ein Verräter in den eigenen Reihen
agiert. Lee sinnt auf Rache und setzt sich zum Ziel,
die Hintermänner des sinistren Plots zu Fall zu bringen
und besagte Statue zu befreien. Das verschlägt
ihn bis in die ferne Schweiz.
Zehn Jahre nachdem Koreas Regiewunder Ryoo
Seung-wan (CITY OF VIOLENCE, CRYING FIST, ARAHAN,
NO BLOOD NO TEARS, DIE BAD) mit seinem
Internet-Kurzfilm DACHIMAWA LEE seiner Filmkarriere
eine Initialzündung verpasste, walzt er die Geschichte
um den kleinwüchsigen Möchtegern-Bond
Lee (Lim Won-hee) nun zum Leinwand sprengenden
Action-Comedy-Kracher aus.
Hatte der Webshortie schon „Kult“ als Schlagwort
für sich reserviert, zeigt Seung-wan nun, welche Fingerfertigkeiten
er sich in der letzte Dekade angeeignet
hat. Seit jeher ein Meister der Sezierung des
Actiongenres, schmettert er nun einen verwegenen
Kracher aufs Parkett, der nicht von ungefähr zum
diesjährigen koreanischen Sommer-Blockbuster
avancierte. Das Faible für die trashigen und bunten
B-Movie-Reißer aus der Kindheit des Regisseurs, mit
ihrem überdrehten Machoismus, poppiger Ästhetik
und hanebüchenen Plots, dringt aus jeder Pore dieser
Agentenparodie. Die Genialität des südkoreanischen
Regiederwischs zeigt sich dann, wenn er
diese Versatzstücke – von lässiger Siebziger-Optik
bis hin zu schräger Synchronisation – zu einem extravaganten
Spaßpaket schnürt. Hier bleibt selbst
der Ami-Konkurrenz die Luft weg, denn Seung-wan
vermengt Klischee und Kult, zitiert Jackie Chan, die
Shaw Brothers, Italo-Western und JAMES BOND
007, vollführt dabei satirische Roundhousekicks, holt
noch eine Handvoll koreanischer Topstars ins Boot
und zaubert als Ergebnis eine unvergleichliche Action-Comedy aus dem Zylinder, die jedem Zuschauer
ein breites Grinsen ins Gesicht zementiert. (gm)
Trim and neat, a bit on the plump side, extravagant
and laughably solemn, that’s Dachimawa Lee, a
legendary Korean spy, patriot and impossible sexsymbol,
whose name is the title for Ryoo Seungwan’s
new movie. The coming-out of a project that
the director of THE CITY OF VIOLENCE did for Internet
a few years ago, DACHIMAWA LEE comes to
the big screen as a tremendous adventure comedy,
absurdist in its own universe, which must be translated
as a love letter to the genre movies its maker
passionately savored since he was a little child. A
respectful parody of action movies and a sentimental
journey to an unrepeatable era. (Sitges -
International Film Festival of Catalonia)
Ryoo Seung-wan
Geboren 1973 in Südkorea.
Bruder des bekannten
Schauspielers Ryu
Seung-beom (ARAHAN).
Auf seine ersten Spielfilme
DIE BAD und NO
BLOOD, NO TEARS erhält
er großartige Reaktionen
und durch seine weiteren
Arbeiten ARAHAN, CRYING
FIST und THE CITY OF VIOLENCE gilt er als
einer der größten Hoffnungen des südkoreanischen
Kinos. DACHIMAWA LEE basiert auf einem Low-Budget-
Kurzfilm, der nicht nur in Korea als Kultfilm zählt.