CHING TOI
Action / Drama / Crime
Hongkong 2008 · 95 Min. · Regie: Derek Kwok
Darsteller: Shawn Yue, Bonnie Xian, Louis Fan u.a.
Weltvertrieb: Mei Ah Entertainment Group · Verleih: I-On New Media
35mm · OmeU · Deutschlandpremiere
Nein, bei THE MOSS handelt es sich nicht
um einen Film über das britische, drogenaffine
Supermodel, sondern um ein intensiv-packendes
Gangsterdrama aus Hongkong.
Das bei uns als „Moos“ bekannte Gewächs ist vielmehr
die anspruchsloseste Pflanze, die es gibt. Sie
gedeiht in dunklen, feuchten Gegenden und
braucht lediglich etwas Licht und Wasser zum Überleben.
Im Umfeld solch menschlicher „Schattengewächse“
spielt der Film: Im Stadtteil Sham Shui Po tummeln
sich heruntergekommene Bullen, illegal eingewanderte
Prostituierte vom chinesischen Festland, niederrangige
Triadenbosse und indische Raubmörder.
Gestalten, die sich, anders als die Protagonisten der
ELECTION-Filme, auf der unglamourösen Seite der
Unterwelt befinden.
Als der Sohn einer Triaden-Chefin spurlos verschwindet,
beginnt das sensible Machtgefüge in
Sham Shui Po zu bröckeln: Der korrupte Cop Jan
(Shootingstar Shawn Yue) wird von der Patin beauftragt,
dem rivalisierenden Boss Tong auf den
Zahn zu fühlen, den sie für Sohnemanns Verschwinden
verantwortlich macht. Als Tong in Jans
Beisein ermordet wird und der obdachlose Killer
(Louis Fan, Hauptdarsteller aus STORY OF RICKY,
kaum zu erkennen mit Zottelmähne und in Lumpen
gekleidet) mit der 11-jährigen Cousine von Jans
Lieblings-Bordsteinschwalbe eine zarte Freundschaft
aufbaut (LÉON - DER PROFI lässt grüßen…), zeichnet
sich ein blutiger Showdown ab…
Regisseur Derek Kwok vermeidet meist eine modisch-hektische Inszenierung zugunsten Atmosphärisch-stimmungsvoller Einstellungen, in denen
Momente der Melancholie gleichberechtigt neben
denen extremer Härte stehen. Am Ende führt er die
Hoffnungslosigkeit der meisten Protagonisten zu
ihrer logischen Konsequenz, ohne nicht doch Einigen
einen kleinen Hoffnungsschimmer zu gewähren.
Heraus kam dabei ein kleines Meisterwerk. (fb)
THE MOSS is hotly tipped Hong Kong director
Derek Kwok’s follow-up to his much praised debut
THE PYE-DOG, and sees him sticking to the same
territory with another gritty tale of urban angst.
Here, the tone is somewhat darker, and the film
delves even further into the lives of criminals and
dirty cops, whilst still attempting to find a sense of
heart and humanity in their desperate deeds. Although
not straying too far from the well, the film
certainly represents a step up for the director, as
he manages to pull together an impressive cast
and tries his hand at a more complex narrative
style.
Whilst it does have a fair few technical flourishes, it
is stylish in a quiet fashion, and is never flashy
enough to distract from the story or to undermine
its otherwise gritty air.
Thanks to this, and to his ability as a storyteller,
Kwok manages to lift THE MOSS above its inherent
familiarity, and it is a tribute to his skill that he is
able to turn something potentially uninspiring into
one of the better Hong Kong films of the year so
far. Certainly, there is plenty here to enjoy, and it
confirms him as one of the most interesting new
Chinese directors. (BeyondHollywood.com)
Derek Kwok
Geboren in Hongkong.
Machte sich vor allem als
Drehbuchautor und Second
Unit Director einen
Namen in Hongkong. Mit
seinem Regiedebüt THE
PYE-DOG macht er auch
außerhalb Asiens auf diversen
Filmfestivals von
sich reden. Mit THE
MOSS gelingt ihm der endgültige Durchbruch und
macht ihm zu einem der größten jungen Talente
Hongkongs.