CHUGYEOGJA
Action / Thriller / Drama
Südkorea 2008 · 125 Min. · Regie: Na Hong-jin
Darsteller: Kim Yoon-seok, Ha Jung-woo, Seo Yeong-hee u.a.
Weltvertrieb: Fine Cut · Verleih: MFA+ Filmdistribution
35mm · OmdU · Erstaufführung
Wer dank OLDBOY von klaustrophobischen
Schüben erschüttert wurde, wer bei THE
ISLE ein Kratzen im Hals verspürte, wer nach A BITTERSWEET
LIFE beim Anblick eines Tropfen Bluts in
Panik geriet – der weiß, dass südkoreanisches Kino
immer einen Tick grausamer, provokanter und tabuloser
ist, als es westliche Zuschauer verkraften.
Regisseur Na Hong-jin setzt diese schöne koreanische
Kino-Tradition auf atemberaubende Weise fort – und zwar mit einem Debüt, das den obengenannten
Meisterwerken in nichts nachsteht.
Zuhälter Jung-ho, ein fluchender, gewaltbereiter Ex-Cop, leidet darunter, dass ihm seine Mädchen auf
mysteriöse Weise abhanden kommen. Nachdem er
eines Nachts die kranke Mi-jin zu einem Freier beordert
hat, entdeckt er ein fatales Detail auf seinem
Handydisplay: Die Telefonnummer des letzten Kunden
der bisher spurlos verschwundenen Frauen!
Blind vor Wut steigert er sich in den Wahn, dass dieser
Mann seine Miezen verkaufe – und macht sich
eigenständig auf die Jagd nach ihm. Wenn er doch
nur wüsste, was der abgefuckte Irre gerade tatsächlich
mit Mi-jin anstellt... Schon recht bald darauf
gesteht ein kauziger Typ ohne mit der Wimper
zu zucken eine beachtliche Mordserie. Doch genau
an dieser Stelle eskaliert das Drama erst richtig –
genau wie der verzweifelte Wettlauf um Mi-jins
Leben durch ein in stylischen Bildern festgehaltenes
nächtliches Seoul.
Ein ungebändigter Pimp, eine unfähige Polizei und
ein unbarmherziger Serienkiller – das ist das Trio Infernal,
das THE CHASER zum atemlosen Mind-Kick
stilisiert. Ein Glanzstück intensiven Spannungskinos,
das getrost als Neuerfindung des Serienkiller-Films
durchgeht – denn es setzt sich über alle gängigen
Klischees hinweg: kein WhoDunit-Element, keine lästigen
Erklärungen, keine hektischen MTV-Schnitte.
Aber dafür ein Killer, der nicht durch albernes Overacting,
sondern beklemmende Gleichgültigkeit auffällt – so glänzend wie blutrünstig verkörpert von Ha
Jung-woo (bekannt aus Kim Ki-duks TIME und BREATH).
Wenn es gilt, allem Bisherigen die Krone aufzusetzen,
ist den Koreanern eben nichts zu
schockierend... (mp)
THE CHASER ist für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben.
Ex-detective pimp Jung-ho is angry because his
girls keep disappearing without clearing their debts.
One night, he gets a call from a customer and
sends Mi-jin. But when Mi-jin meets the customer,
Jung-ho realizes the phone number of the customer
matches that of the calls the missing girls got
last. As something smells fishy, he searches for her.
During his search, Jung-ho dents a car in the alley.
When Jung-ho spots blood splattered on the
driver’s shirt, he senses the man, Young-min, is the
suspect. After an intense chase, Jung-ho finally catches
Young-min. But because of Jung-ho’s pretense
as a cop, they are both taken to the police
station.
At the station, he bluntly tells the policemen that
he has killed the missing women, and the last girl,
Mi-jin, may still be alive. As the police force is obsessed
with a random search for corpses, Jung-ho
is the only one who believes Mi-jin is still alive. With
only 12 hours left to detain the serial killer without
a warrant, Jung-ho’s hunt begins, searching for
Min-ji trapped in a place nobody knows.
Na Hong-jin
Geboren 1974 in Südkorea.
THE CHASER ist sein
Regiedebüt und wurde auf
dem diesjährigen Cannes
Film Festival sowohl von
der Presse und Medienprofessionals
als auch vom
Publikum gleichermaßen
gefeiert. Gerade arbeitet
er an seinem zweiten Spielfilm
THE MURDERER.