Brüder im Geiste waren sie schon lange:
Dort wo Quentin Tarantino mit Shaw-
Brother-Anspielungen, Swordslinger-Referenzen
und Grindhouse-Verweisen klotzt, packt Regie-Workaholic
Takeshi Miike einen inhaltlichen wie visuellen
Zitatreigen in sein Western-meets-Eastern-Furiosum, das den Kollegen vor Neid erblassen
lässt. Kein Wunder also, dass Tarantino als bekennender
Miike-Fan frohlockt haben dürfte, als ihm
eine Nebenrolle in SUKIYAKI WESTERN DJANGO
angetragen wurde. Und ebenfalls nicht weiter verwunderlich,
dass das, was Miike hier auffährt, sich
als vorzügliche Melange gleich mehrerer Genre-Destillate
ausnimmt. Da knallt Shakespeare-Amalgam
auf Chambara-Mythen, Gatlinggewehre auf japanisches
Feudalzeitalter, Samuraicodex auf Moderne,
Spaghettiwestern auf Popart, Exploitationästhetik auf
Miikes furiosen Stil, alles zusammen heiß aufgekocht,
wie das namensgebende Eintopfgericht Sukiyaki.
Miike bringt seine Versatzstücke schnell in Position:
Ein einsamer Held (Hideaki Ito) gerät im Kaff Yuda
zwischen die Fronten der verfeindeten Clans der
Reds and Whites, deren Anführer den Neuankömmling
sofort für ihre jeweilige Seite vereinnahmen
wollen. Jener wiederum gedenkt – ganz nach
YOJIMBO-Manier – die beiden Parteien gegeneinander
auszuspielen, und findet unter den Einwohnern
schnell Verbündete, die ihre ganz eigenen
Gründe haben, dem Unbekannten zu helfen. Während
die Situation zum unvermeidlichen, blutigen
Showdown hin eskaliert, pflastert Miike den Weg
dorthin mit Genre-Archetypen, skurrilsten Einfällen
und seinem unverwechselbaren Humor. Das bewundernswerte
Ergebnis wirkt, als hätten sich Akira
Kurosawa, Sergio Leone, Kihachi Okamoto und Sam
Peckinpah am Lagerfeuer zusammengesetzt und
gemeinsam einen Filmhybrid heruntergerockt, der
locker sämtliche Genregrenzen sprengt und als
herrlich absurde Parodie wie kunstfertige Hommage
gleichermaßen zu verstehen ist. Wenn der vorschnell
gebrauchte Begriff des Kultfilms angebracht
ist, dann für Miikes stilistisch unberechenbaren, brillanten
Genrebastard. (gm)
SUKIYAKI WESTERN DJANGO ist für Zuschauer ab
16 Jahren freigegeben.
SUKIYAKI WESTERN DJANGO is an ultra violent
gunslinger opera set in a nowhere land that's partly
11th century rural Japan and partly 19th century
Nevada, with a cast of Japanese actors speaking
English (with varying degrees of success) alongside
a supporting performance by Quentin Tarantino.
It's got snatches of "Henry the Sixth," large
doses of Kurosawa's YOJIMBO and bits and pieces
drawn from Peckinpah's, Leone's and Clint Eastwood's
classic westerns. Miike doesn't simply want
to dazzle us with his artful shot-making, lovingly orchestrated
action scenes and gory death moments.
OK, he does want to do that, but he also wants to
sweep us up in the grandiose, mythical clutter-tide
and deliver a genuine emotional catharsis. I'm not
sure he quite gets there, but it's one hell of a spectacular
ride. (Salon.com)
“Tighten your saddlebags, load your revolvers, pack
your chopsticks and join Takashi Miike for an outrageous
wagon ride into the wild, wild East.” (Toronto
International Film Festival)
Takashi Miike
Geboren 1960 in Japan.
Genießt weltweit den Status
als Kultregisseur. Zu
seinen größten Fans zählen
Quentin Tarantino und Eli
Roth (HOSTEL). Seine umfangreiche
Filmografie umfasst
inzwischen beinahe
80 Filme, darunter FUDOH,
ICHI THE KILLER, DEAD
OR ALIVE, VISITOR Q, ONE MISSED CALL und THE
GREAT YOKAI WAR. Gerade arbeitet er an der aufwändigen
Superhelden-Komödie YATTERMAN sowie
an CROWS ZERO II.