„Alles handgemacht“ ist das Motto von Japans
oberster Trash-Ikone Minoru Kawasaki.
Eingeweihte wissen bereits, dass sie dem findigen
Regisseur augenzwinkernde Camp-Perlen wie THE
CALAMARI WRESTLER, BEETLE, THE HORN KING
und THE WORLD SINKS EXCEPT JAPAN zu verdanken
haben. Mit seinem neusten Streich widmet sich
Kawasaki erneut den guten alten Latexanzug-Movies
der Sechziger und Siebziger. Als Doppelpack
aus Hommage und Sequel erweckt Kawasaki dabei
erneut Guilala zum Leben, jenes Gummimonster,
das sich bereits 1967 in THE X FROM OUTER
SPACE (bei uns: GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI)
in die Tradition von Godzilla, Mothra und
King Ghidorah stellte. Die Zeiten haben sich seitdem
geändert, denn just als Guilala an Bord einer
chinesischen Marssonde im japanischen Städtchen
Sapporo niedergeht, tagen nur wenige Kilometer
entfernt die führenden Regierungschefs im Rahmen
des G8-Gipfels. Während Guilala Sapporo enthusiastisch
dem Erdboden gleichmacht, gedenkt die
Politikerriege, die Flucht anzutreten. Der Präsident
der Vereinigten Staaten, im Angesicht von sinkenden
Popularitätswerten unter Zugzwang, dreht die
Stimmung mit einer flammenden Rede: Wenn nicht
die Führer der wichtigsten Industrienationen das
Monster stoppen können, wer dann? Flugs greift
jede Nation auf ihre Geheimwaffe zurück, um Guilalas
Vernichtungsausflug Einhalt zu gebieten. Alle
Bemühungen verpuffen jedoch wirkungslos. Zumindest
bis zwei findige Journalisten in einem abgelegenen
Bergdorf auf die Lösung des akuten
Guilala-Problems stoßen: Také-Majin, der legendäre
Sonnengott, ist der einzige würdige Gegner Guilalas.
Zum wiederholten Male darf Kawasaki seiner Liebe
zum altschuligen Gummikostüm-Trash im Stile von
ULTRAMAN, POWER RANGERS und den guten alten
Monster-Movies japanischer Bauart frönen – komplett
CGI-frei versteht sich. Freizügig verteilte satirische
Seitenhiebe dürfen selbstverständlich nicht
fehlen: Der russische Präsident will Guilala mit Polonium
vernichten, die deutsche Regierungschefin
greift zum Giftgas, und der rettende Sonnengott
wird von Japans cineastischem Nationalhelden Takeshi
Kitano verkörpert. Mehr knackigen, überbordenden
und albernen Old-School-Trash als Kawasaki
ihn in seinem ultimativen Monster-Party-Filmfuriosum
serviert, kann man in knapp 100 Minuten
nicht unterbringen! (gm)
Wir freuen uns, den Monsterfilm-Experten Jörg Buttgereit
zur Vorführung begrüßen zu dürfen.
The last G8 summit would have undoubtedly been
much less boring if a colossal Martian chicken had
appeared just a few meters away from the event.
That didn’t happen but Minoru Kawasaki, the Japanese
Ed Wood, certainly would have hoped for it
to so he could laugh at Yankee arrogance, polonium
210 and French skirt chasing plus, while at it,
pay impassioned ‘fan fatal’ tribute to classic monster
and superhero movies. Well Kawasaki has
done it, all this and more, with an old-style revival
starring the most ridiculous monster in kaiju eiga
and a Beat Takeshi idolized as the Hindu version of
Daimajin. (Sitges - International Film Festival of Catalonia)
Minoru
Kawasaki
Geboren 1958 in Japan.
Arbeitet als Regisseur,
Drehbuchautor und Produzent
und ist bekannt
für einige der verrücktesten
Komödien Japans.
Nachdem er seine ersten
Low Budget-Filme selbst
finanziert, hat er mit THE
CALAMARI WRESTLER seinen ersten Hit und gilt seitdem
als der Ed Wood Japans. MONSTER X STRIKES
BACK wurde in den offiziellen Wettbewerb (Out of
Competition) der Filmfestspiele von Venedig eingeladen.