PIAO LANG QING CHUN
Drama / Romance
Taiwan 2008 · 97 Min. · Regie: Zero Chou
Darsteller: Lu Yi-ching, Sam Wang, Serena Fang u.a.
Weltvertrieb: Three Dots Entertainment
35mm · OmeU · Erstaufführung
Treibende Blüten – das sind im Film von
Zero Chou drei Taiwanerinnen in verschiedenen
Gegenden des Inselstaats: ein Kind, ein junges
Mädchen und eine alte Frau, die im Strom des
Lebens nach ihrer Identität suchen und deren Geschichten
der Film in Form einer poetischen Erzählung
kunstvoll miteinander verbindet. So wie die Zeit
dahinfließt und vergeht, wie die Liebe kommt und
geht, so gelangt auch die Suche der drei Protagonistinnen
nach sich selbst niemals an ein Ende. Zunächst
entdeckt die achtjährige Meigo den bitteren
Geschmack der ersten Liebe, als sie zufällig Zeugin
wird, wie ihre blinde Schwester Jing die jungenhafte
Akkordeonspielerin ihrer Band, Chalkie, küsst. So
groß ist die Eifersucht des kleinen Mädchens, dass
die Beziehung der drei daran zerbricht. Zu einer anderen
Zeit und an einem anderen Ort kämpft Lily
gegen ihre Alzheimer-Erkrankung und um die zerbrechliche
Erinnerung an ihre Jugend. Als ihr alter
Freund Yen zu Besuch kommt, tritt eine weitere Tragödie
in ihr Leben – denn weil Yen an Aids erkrankt
ist, verlässt ihn der Lebenswille. Doch Lilys Halluzinationen
und Yens nachlassende Gesundheit stiften
schließlich eine unerwartete Verbindung zwischen
den beiden, die im Leben und in der Liebe
daraufhin wieder einen Sinn entdecken. Und
schließlich ist da noch Chalkie, zu einer Zeit bevor
sie ihren Heimatort verließ und sich Jings Band anschloss.
Damals, als sie noch zur Schule ging und
ein verwirrter Teenager war, band sie sich den
Busen ab, obwohl sie zu Hause deshalb als „knabenhaft“
gehänselt wurde. Erst ein Auftritt aus dem
Stegreif gab ihrem Schicksal eine neue Wendung.
(Berlinale)
The eponymous drifting flowers in Zero Chou’s film
are three Taiwanes women living in different parts
of the island state: a child, a young girl and an old
woman. All of them are seeking their true identity
in the river of life and their stories are artistically interwoven
in a poetic narrative. As time ebbs and
flows, as love comes and goes, their journey towards
finding themselves never ends.
First, eight-year-old Meigo discovers the bitter taste
of first love when she accidentally sees her blind sister
Jing kissing Chalkie, the tomboyish accordion
player in their band. The little girl’s jealousy is so
strong that the three are torn apart. In another time
and another place, Lily struggles with her Alzheimer’s
and her fragile memory of her youth. When
her old friend Yen pays her a visit he brings an additional
tragedy – afflicted with Aids, he has lost the
will to live. And yet, between Lily’s hallucinations
and Yen’s malaise, the two form an unexpected
bond and rediscover the meaning of love and life.
Finally, there is Chalkie, years before she left her
hometown and joined the band. Back then, when
she was still at school, the confused teenager
bound up her growing breasts, despite her traditional
family calling her a “boy-girl”. But then, an
impromptu performance changes her life.
(Berlinale)
Zero Chou
Geboren 1969 in Keelung,
Taiwan. Gilt als eine
der hoffnungsvollsten Talente
des neuen taiwanesischen
Kinos. Nach einem
Dokumentarfilm drehte
sie 2004 das Drag Queen-
Drama SPLENDID FLOAT.
Ihre nächsten Projekte,
SPIDER LILIES und DRIFTING
FLOWERS, wurden offiziell zur Berlinale eingeladen,
wo sie für ihren Spielfilm SPIDER LILIES
den Teddy Award für den besten Spielfilm erhielt.