BI-MONG
Drama
Südkorea 2008 · 93 Min. · Regie: Kim Ki-duk
Darsteller: Joe Odagiri, Lee Na-young, Zi-a u.a.
Weltvertrieb: Showbox
35mm · OmeU · Deutschlandpremiere
In der Heimat umstritten, international gefeiert.
Das Schicksal von Koreas bemerkenswertestem
Regieexport Kim Ki-duk setzt sich auch
mit seinem neusten Film DREAM fort. In Südkorea
wurde diese behutsam aufbauende Liebesgeschichte
von den Behörden mit einer Freigabe ab
18 Jahren versehen; aber nicht Gewalt oder freizügige
Szenen wurden beanstandet, sondern die Unverständlichkeit
des Films. Ein wenig verwunderlich,
besonders in Anbetracht dessen, dass Kim ganz gewollt
einen Zustand zwischen Realität und Traum,
zwischen Illusion und Wirklichkeit heraufbeschwört:
Jin, gespielt vom japanischen Ausnahmetalent Joe
Odagiri (SHINOBI, ADRIFT IN TOKYO), hat einen
Alptraum, in dem er einem schrecklichen Autounfall
beiwohnt. Als er nach seinem Erwachen den Unglücksort
aufsucht, muss er feststellen, dass sich
dort tatsächlich ein Unfall mit Fahrerflucht ereignet
hat. Die Polizei findet schnell die verdächtige Fahrerin,
ein junge Frau namens Ran (Lee Na-young).
Diese weist jedoch jegliche Verantwortung von sich,
behauptet, sie habe geschlafen und wäre nicht in
der Nähe des Unfallortes gewesen. Der Verdacht,
dass Ran schlafwandelnd den Unfall verursacht hat,
erhärtet sich. Jin will die Schuld auf sich laden,
glaubt er doch, dass eine direkte Verbindung zwischen
ihm, Ran und den seltsamen Ereignissen besteht.
Die Polizei bleibt verständlicherweise
skeptisch und verhaftet die junge Frau anstelle Jins.
Die Verbindung zwischen Jin und Ran bleibt jedoch
bestehen, denn alles was Jin träumt, führt Ran unbewusst
während ihres Schlafes aus.
In meditativen Bildern widmet sich Kim Ki-duk
einem seiner Paradethemen, dem scheinbar unauflösbaren
Paradox der Liebe zwischen Mann und
Frau und den damit verbundenen Abhängigkeiten
und Enttäuschungen. Als Gegenstück zu den träumerischen
Aufnahmen, gebrochen durch die Gewaltexplosionen
des Unfalls, wartet der Regisseur
mit der emotionalen Wucht der Beziehung zwischen
seinen Protagonisten auf und entwirft ein Geflecht
aus versteckten Wünschen, Hoffnungen und
sich widerstrebenden Gefühlswallungen. Das Ergebnis
ist meisterhaftes, hypnotisches Kino, wie
auch nicht anders zu erwarten von diesem famosen
Magier des Kinos. (gm)
From the prestigious Korean director Kim Ki-duk,
author of THE ISLE, 3-IRON, SPRING, SUMMER,
FALL, WINTER… AND SPRING and TIME. Jin (Joe
Odagiri) wakes up from a nightmare of a traffic accident
on the way to his ex-girlfriend’s home. The
dream drives him to the very spot and stumbles
upon an aftermath of an accident, which unfolded
in the same way as his dream. He follows the police
to the suspect’s home and watches Ran (Lee
Na-young) deny the hit-and-run accusation since
she was asleep the entire night. Jin explains his
dream to the police and asks to be charged instead.
The police dismiss him and arrest Ran. Jin is
convinced that there’s an unexplainable connection
between the two. He discovers that when he
dreams, Ran unconsciously acts out his dream
while sleeping. (San Sebastian International Film
Festival)
Kim Ki-duk
Geboren 1960 in Südkorea.
Nach einem Kunststudium
in Paris gewinnt
er 1993 einen Drehbuchpreis
und dreht 1996 seinen
Debütfilm CROCODILE.
2004 gewinnt er Preise
mit SAMARIA auf der Berlinale
und mit BIN-JIP in
Venedig; seitdem gilt er
als einer der wichtigsten Arthouse-Regisseure unserer
Zeit. Seine letzten Filme TIME und BREATH wurden
auf das Cannes Film Festival eingeladen. Zu
seinen weiteren Werken zählen THE ISLE, SPRING,
SUMMER, FALL, WINTER... AND SPRING, SAMARIA
und THE BOW.