Dass Takashi Miike auf dem Regiestuhl das
Unmöglichste ermöglicht – von der bizarren
Yakuza-Schlacht bis zum homoerotischen Knastdrama,
vom lynchesken Celluloid-Trauma bis zu tabulosem
Folter-Horror – und dabei konsequent alle
Regeln missachtet, sich über alle Genres hinwegsetzt
und alle Grenzen sprengt, erhebt ihn eindeutig
zum größten und innovativsten Punk des
Regie-Fachs. Welch Glück für ihn, dass bei seinem
maßlosen Output (knapp 80 Filme in 17 Jahren)
hin und wieder ein Kinokassen-Burner rauskommt:
CROWS ZERO – das Prequel einer populären
Manga-Reihe von Hiroshi Takahashi – gilt mit einem
Einspielergebnis von über 20 Millionen Dollar als
Miikes bis dato kommerziell erfolgreichstes Werk.
An der Suzuran Boy’s High School gibt es offensichtlich
nie Unterricht, sondern immer nur was auf
die Zwölf. Außerdem schwarzes Leder statt Schul-Uniformen – und provokante Beschimpfungen statt
mathematischer Gleichungen. Der so brutale wie
gerissene Tamao Serizawa (Takayuki Yamada),
Gang-Leader und Herrscher über Suzuran, wird von
allen gefürchtet – bis ihn eines Tages ein neuer
Schüler herausfordert. Was Serizawa nicht weiß:
Sein neuer Opponent Genji (Shun Oguri) ist der
Sohn eines Yakuza-Bosses – und um Vaters Erbe
antreten zu können, muss er diese härteste aller
High Schools Japans erobern. Dass er das mit allen
Mitteln versucht, ist so unabdingbar wie das Tattoo
auf dem Rücken des ihn bei seinem Siegeszug unterstützenden
Yakuzas. Logisch, dass hier keine läppische
Schulhofprügelei, sondern ein wilder,
wahnsinniger Krieg entbrennt...
In dem kompromisslos durchchoreographierten
FIGHT CLUB-meets-THE WARRIORS-Epos sitzt jeder
Tritt, jede Faust, jeder Kinnhaken. Aufgepeppt wird
der ästhetische Schlagabtausch durch den Sound
der japanischen Band “The Street Beats“, deren
Live-Performances CROWS ZERO mitunter fast zum
J-Rock-Musical stilisiert. Kitsch, Kunst und Kampfgemetzel
in einem Film rocken zu lassen – das kann
eben nur ein echter Regie-Punk. Und 2009 punken
die Krähen weiter: Dann kommt das Sequel in die
japanischen Kinos. (mp)
Idiosyncratic Japanese auteur Takashi Miike offers
another meditation on a violent culture in this teenthemed
thriller.
Genji Takaya (Shun Oguri) is a teenage troublemaker
whose father, Hideo (Goro Kishitani), is a
high-ranking member of the yakuza. Genji is a new
student at Suzuran Boys' High, a educational facility
for juvenile delinquents nicknamed "The School
for Crows," and he's determined to make a name
for himself as someone who doesn't back down
from a challenge in order to impress both his father
and his new classmates.
Not long after arriving on campus, Genji comes to
blows with Ken Katagiri (Kyosuke Yabe), who thinks
at first that the new kid is someone else. Genji
beats Ken into submission and wins his grudging
respect, but when word gets out about the fight,
Genji finds every tough guy in the school is waiting
for his turn to show Genji who's boss, with the leader
of the school underground empire, Tamao Serizawa
(Takayuki Yamada), waiting at the end of
the line. (All Movie Guide)
Takashi Miike
Geboren 1960 in Japan.
Genießt weltweit den Status
als Kultregisseur. Zu
seinen größten Fans zählen
Quentin Tarantino und Eli
Roth (HOSTEL). Seine umfangreiche
Filmografie umfasst
inzwischen beinahe
80 Filme, darunter FUDOH,
ICHI THE KILLER, DEAD
OR ALIVE, VISITOR Q, ONE MISSED CALL und THE
GREAT YOKAI WAR. Gerade arbeitet er an der aufwändigen
Superhelden-Komödie YATTERMAN sowie
an CROWS ZERO II.